Facebook Edgerank: Fluch oder Segen?

Das Internet unterliegt einem stetigen Wandel. Ein Fakt. Dass sich dies natürlich auch auf den Umgang mit Social Media bezieht, dürfte selbst dem Laien der Materie leicht verständlich sein. Nun macht seit einiger Zeit ein Begriff die Runde: Der Facebook Edgerank wird als wichtiger Faktor in der Nutzung des Social Networks Facebook und dem aktiven Marketing mit der Facebook-Seite erachtet.

Im Marketingmix ist die eigene Facebookseite inzwischen ein wichtiges Instrument für die Neukundengewinnung ebenso wie für die Kundenbindung. Viele Unternehmen bilden auch den gesamten Support über die Fanpage ab. Telekom_hilft ist ein Bespiel dafür. Nutzungsoptionen gibt es viele, darauf möchte ich hier nicht näher eingehen.

Zurück zum Edgerank, denn dieser wirkt sich entscheidend auf die Reichweite der Facebook-Postings und somit auf die gesamte Social-Media-Strategie aus.

Content is Queen! Content + Aktivität ist King!

Wie wir alle wissen, ist hochwertiger Content, der dem Lesenden echten Mehrwert bietet, wichtiger denn je. Google wird immer restriktiver und reine SEOs müssen zu SEOs mit Redaktionsskills mutieren. Doch was hilft der beste Content, wenn er einfach nur im Netz vor sich hindümpelt? Richtig! Nichts! Deshalb muss es Ihr Ziel sein, Aktivität auf ihre Texte zu bringen. Aber wie bringt man die Content-Queen unter das Volk? Poser-Divas gibt es viele, aber richtige Sternchen?

Hierfür brauchen wir einen „Content-Scout“, den Edgerank. Er hilft bei der Auswahl, welche Queen nun wirklich die Schönste im Lande ist.

Facebook Edgerank – Was ist das überhaupt?

Mit dem Facebook Edgerank wird eine eigentlich ziemlich gute Idee umgesetzt. Mit einem Mal werden nämlich die aktuellen Posts von Fanseiten bei manchen Usern nur noch selten oder gar nicht mehr angezeigt, während Postings von anderen Seiten gefühlt 1.000 Mal am Tag ausgespielt werden. Der Facebook Edgerank hat die Wertigkeit der jeweiligen Posts herauf- oder herabgestuft und die Prioritäten anhand der bekannten Userdaten geändert. Der Edgerank soll also als Informationsfilter für Sie fungieren. Ist doch toll, oder? Gepostete Informationen werden automatisch selektiert und exklusiv für Ihre Ansprüche präsent dargestellt.

Somit soll verhindert werden, dass jemand, der einmal eine Firmenseite zum Beispiel-Thema „Auto“ geliked hat, permanent mit diesbezüglichen Informationen überhäuft wird. Interagiert also der User über einen längeren Zeitraum nicht mehr mit der Fanseite und Ihren Posts, wird die Wichtigkeit der Thematik herabgesetzt. Posts der Seite werden in Ihrer Timeline seltener angezeigt.

Der Facebook-Algorithmus ist geheim und so kann man nie genau sagen, wieviel ein „share“ oder ein Kommentar mehr zählt und somit weriger ist, als nur ein „like“.

Wie oft man interagieren muss, bis Facebook die Seite als für Sie interessant einstuft, ist ebenso unklar. Der Facebook Edgerank soll uns also helfen, relevanten von eher nicht relevanten Content zu selektieren. Basierend auf unseren Interessen.

Dieser Algorithmus greift jedoch nicht nur in Bezug auf Fan- und Gruppenseiten, sondern auch bezüglich der einzelnen User: Wer also von seinen Kontakten nicht viele Posts zu sehen bekommt, könnte vielleicht zu wenig mit ihm/ihr interagiert haben.

Ihren Edgerank berechnen Sie so. Der durchschnittliche Wert einer deutschen Fanpage liegt übrigens bei ca. 1,75.

Lassen Sie sich jedoch nicht nur von der reinen Zahl in die Irre führen, wichtig ist auch die Qualität der Fans. Fans, die nur auf Grund eines iPad-Gewinnspiels einmalig mit Ihnen interagieren, sind keine „wertigen Fans“. Nachhaltigkeit ist auch hier Programm.

Der Edgerank ist nichts Negatives, sehen Sie es mehr als Ansporn die Qualität Ihrer Aussagen und die Art Ihrer Kommunikation zu verbessern. Der Edgerank wirkt sich übrigens nur auf Ihre eigenen Posts aus, nicht auf die Posts der Freunde.

Welche Wege führen am Facebook Edgerank vorbei?

Die Einführung des Facebook Edgerank-Algorithmus kommt somit einer Art Zensur gleich, bei der nicht mehr der Kontakt als solches, sondern primär bis fast ausschließlich die Häufigkeit der Interaktion ausschlaggebend ist. Postings, die Facebook als eher „uninteressant“ einstuft, landen im besten Fall noch im Newsticker. Facebook argumentiert natürlich so, dass man ja lediglich nur helfen will, die Informationsflut in Griff zu bekommen. Alles also extrem user-freundlich, oder nicht?

Es gibt unterschiedliche Strategien, die es ermöglichen, die Einschränkungen durch den Edgerank zu verringern oder sogar für den eigenen Vorteil zu nutzen. Finden Sie hierbei den für Sie richtigen Weg:

Der offizielle Weg

Wir haben gelernt: Ohne die regelmäßige Interaktion mit den einzelnen Personen des eigenen Netzwerkes bzw. den Fans einer Fanpage, bietet sich seit den Änderungen durch den Facebook Edgerank nur noch eine geringere Reichweite. Die Erhöhung der eigenen Seitenreichweite kann über Facebook-Advertising erfolgen, was bedeutet, dass Postings und Statusmeldungen durch Zahlungen gepusht werden. Ähnlich wie bei Google Adwords. Bezahlt werden kann pro Impression oder je Klick. Dabei können Sie recht exakt die gewünschte Zielgruppe, basierend auf den gegenüber Facebook gemachten Aussagen etc. festlegen. In Deutschland oder auf der ganzen Welt, Frauen, Männer, eigene Fans, Freunde von Fans usw. Die Anzeigen werden entweder in der rechten Randspalte oder im Neesfeed angezeigt.

Eine neuere Option sind die Promoted Posts. Mit dieser Funktion können Sie nur neuere Posts, die nicht älter sind als drei Tage, bewerben und pushen. Die Zielgruppe ist auch eingegrenzt. So können Sie mit den Promoted Posts nur die eigenen Fans sowie Freunde der eigenen Fans erreichen. Also eher weniger oder nur indirekt für die „Neukundenakquise“ geeignet.

Der offensive Weg

Ohne Zahlungen aktiv den Facebook Edgerank zu pushen, bedeutet eine Menge Arbeit: Die regelmäßige Interaktion mit den Fans, ein strategisch gutes Storytelling, Marktbeobachtung und fundiertes Zielgruppenwissen. Dies erfordert Zeit und Aufmerksamkeit. Viel davon. Das heißt im Umkehrschluss natürlich, dass regelmäßig bei den eigenen Kontakten und Fans vorbeigeschaut werden sollte, hier und dort eine Interaktion durchgeführt werden muss. Ganz wie im echten Leben. Lernen Sie Ihre Fans kennen. Beschäftigen Sie sich intensiv mit ihnen.

Wichtig: Social Media Manager sollten bei JEDEM Post auf ein gutes Storytelling achten und dem User etwas bieten. Nur so kann man den Edgerank dauerhaft hoch halten. Denn Facebook „misst“ den Edgerank bei jedem Posting. Dabei funktionieren Bilder immer noch besser als reiner Text.

Von Vorteil ist es auch sich mit den Themen des Tages zu befassen. What´s hot today? Google Trends hilft hier durchaus bei der Themenfindung.

Immer wieder wird empfohlen, das Frage-Tool bei Facebook aktiv zu nutzen. Meine Praxiserfahrungen haben jedoch gezeigt, dass das wohl bei großen Brands funktioniert, bei kleineren Seiten jedoch eher nicht genutzt wird.

Der alternative Weg ohne Facebook

Natürlich ist nicht nur Facebook das Maß der Dinge. Wie Sie meiner „Checkliste Social Media“ entnehmen können, sind auch andere Plattformen wie Google+ und Pinterest stark im Kommen und sollten tunlichst nicht vernachlässigt werden.

Der kombinierte Weg

Optimale Ergebnisse wird man nur über den kombinierten Weg erreichen, bei dem eine Mischung aus Facebook-Fanpage, Twitter-Account und Google+ sowie weiteren Varianten des Social Networkings berücksichtigt werden sollten. Allein über Facebook Marketing zu betreiben ist nicht unmöglich, man lässt aber viel Potential „liegen“. Und das können sich die wenigsten Unternehmen leisten.

Das Internet bleibt immer in Bewegung, und auch der Facebook Edgerank wird nicht der letzte, vermeintliche Stein auf dem Weg zum Erfolg bleiben. Bleiben Sie also flexibel – im Leben ebenso wie im Web. Und bald kommt ja auch noch die Facebook-Suche. Dann wird wieder alles ganz anders.

Bei der Auswahl eines SEO & Web Dienstleisters oder einer Online-Marketing Agentur oder Online-PR-Services, achten Sie zumindest auf diese Auszeichnungen:

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3 Responses

  1. 23. Juli 2014

    […] von richtig gutem Content bedarf Zeit, Recherche und viel Know How, z.B. auch rund um Google+, Facebook, Twitter und Technik im Contextbereich. Das zeigt der Artikel von Jens Fröhlich, der auch […]

  2. 18. April 2015

    […] hat Google insgesamt mehr Optionen und Parameter zur gewichteten Auswahl. Denn im Gegensatz zu Facebook und seinem Edgerank ist Google’s Google+ kein in sich geschlossenes […]

  3. 18. April 2015

    […] oder eines Likes bewertet, ist natürlich nicht genau bekannt. Ich sehe das aber ähnlich wie beim Facebook Edgerank: Ein Like zählt nicht so viel wie ein Share. Warum? Eigentlich ganz einfach: Bei einem Like klickt […]

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