Kann eine Webagentur auch SEO?

Muss eine IT- oder Webagentur SEO können?

Im Rahmen unserer PR im Web Workshops findet am Nachmittag eine Site Clinic statt (Live-Betrachtung einiger Webseiten der Teilnehmer). Spätestens beim Aufzählen der Schwachpunkte bei den Webseiten, wie z.B.

  • suboptimaler Title
  • keine oder mehrfache Verwendung von H1
  • keine Verwendung von H2 bis H6 zur Textstrukturierung
  • keine Beachtung von „Keywords“ und LSI
  • u.s.w

kommt häufig das Statement: „Aber das hätte mir unsere IT- oder Webagentur doch sagen müssen!“

Muss eine IT- oder Webagentur SEO können?

Der Prozess läuft in der Realität meistens so ab: Der Kunde möchte eine (neue) Webseite. Dafür hat er in der Regel ein definiertes Budget. Das können z.B. 10.000 Euro sein. Nehmen wir einmal an, die IT- oder Webagentur könnte aber auch noch SEO. Würde die IT- oder Webagentur bereits vor Beginn der Programmierung dem Kunden gegenüber sagen, dass SEO von Anbeginn mit einbezogen werden sollte, dann stünden der IT- oder Webagentur für die reine Seitenprogrammierung nicht mehr die ganzen 10.000 Euro zur Verfügung.

Ergo, man lässt es einfach „aussen vor

Da ca. 70-80% der IT- oder Webagenturen leider auch kein SEO können oder dessen elementare Bedeutung nicht kennen, wird behauptet: Die Suchmaschinenoptimierung hat mit der Erstellung und Programmierung nichts zu tun und wird erst “gemacht”, wenn die Webseite fertig ist. Auch wenn Sie eine tolle Webagentur haben: SEO gehört dazu!

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Damit ist in aller Regel ein böses Erwachen vorprogrammiert.

Die Webseite bringt nicht den erwarteten „Besucheransturm“

Wenn dann nach dem (Re-)Launch der Webseite die angenommenen Erfolge durch das “supertolle Design” ausbleiben, wendet sich der Kunde wieder an die IT- oder Webagentur. „Was können wir tun?“
Nun passiert sehr häufig mangels SEO Know-How der nächste, häufig nicht sinnvolle Schritt: Es wird zu Google AdWords geraten. Das muss nicht falsch sein! Aber für eine Webseite auf der es i) zu keiner Conversion kommen kann, weil es z.B. keinen Shop gibt oder ii) keine direkte(!) Buchungsmöglichkeit besteht oder iii) es keine Gelegenheit gibt, ein Lead zu generieren, hat AdWords in aller Regel nichts zu suchen. In solchen Fällen spült AdWords in erster Linie der IT- und Webagentur und natürlich Google über einen gewissen Zeitraum wieder Geld in die Kasse. Für den Kunden hat auch das wieder SEOtechnisch keinerlei positive Effekte, denn die Webseite wird von alleine nie gute Resultate in den Suchergebnislisten erreichen.
Fazit: Der Kunde kann aus diesem Teufelskreis oft immer schwieriger aussteigen.

Der SEO-Berater als Hiob

Im Idealfall kommt der Kunde eines Tages auf die Idee und fragt einen fähigen SEO-Berater. Dem SEO-Berater analysiert die Seite und es bleibt ihm nichts anderes übrig: Er muss dem Kunden ehrlich sagen, dass man die Webseite in der vorhandenen Fassung nicht zum Erfolg führen kann. Zum Beispiel weil Texte, Bilder und Videos etc. für die Suchmaschinen gar nicht oder nur sehr schwer auszulesen sind, da z.B. ein „Title“, EIN H1 etc. (siehe oben) fehlt. Die Seite wird mit diesen Fehlern nicht ranken. Niemals!

Suchmaschinenoptimierung muss bei Webprojekten zu Beginn integriert werden

Es könnte jetzt passieren, dass das Budget für die Webseite – nebst guter SEO  – schlicht erhöht werden muss. Immerhin könnte man sich jahrelange, teure Google AdWords Anzeigen – zumindest teilweise – ersparen.

Wir beraten Sie zu SEO, SEA (AdWords), Online-PR und Content Distribution!


Harald

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Harald ist ein Seriengründer in den Bereichen Software, Web, Mobile und Medien. Haralds Lieblingsaktivitäten drehen sich um 'disruptive Geschäftsmodelle'. In der Vergangenheit eher im Bereich "streaming media" und "Web-TV" derzeit mehr rund um "SEO", "PR" & "Publishing". Seine Aktivitäten laufen seit 1992 unter "MediaWireless.eu" und seit November 2013 primär unter Oplayo.com. Harald ist Mit-Gesellschafter der Oplayo GmbH, Geschäftsführer der Gesellschaft und Referent der "PR im Web" - Präsenzseminare.

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13 Responses

  1. Sabrina sagt:

    Hi Harald,

    toller Artikel. Ich stell auch immer wieder fest, dass viele erst an SEO denken, wenn es eigentlich schon zu spät ist. Gerade, wenn man einen Relaunch macht, ist dies meiner Meinung nach ein idealer Zeitpunkt, um auch die gewünschten SEO-Maßnahmen direkt mit umzusetzen.

    LG, Sabrina

  2. Heiko sagt:

    Grundsätzlich würde ich sagen nein, aber besser wäre es natürlich. Nicht jeder Kfz-Werkstatt ist auch gleichzeitig eine gute Autolackiererei. Natürlich wäre es gut, wenn jeder Frontend-Entwickler die semantische Auszeichnung von Inhalten verstehen und umsetzen würde und somit für OnPage-Maßnahmen schon eine sehr gute Voraussetzung schafft, aber verlangen kann man es nicht, wenn es nicht Bestandteil des Aufgabenpaketes ist. Da einem als umsetzende Agentur das Wohl des Kunden am Herzen liegt, sollte dieses Thema aber immer angesprochen werden. Ob man die Maßnahmen selbst umsetzt oder man sich Kooperationspartner mit ins Boot holt, ist dem Kunden oftmals egal. Wichtig ist die Qualität des Ergebnisses und natürlich auch die Investition die getätigt werden muss.

    Fazit: Sollte eine Webagentur SEO können bzw. anbieten? Ja, wenn sie eine langfristige Kundenbeziehung aufbauen wollen.

    • Harald sagt:

      @Heiko: Danke für Deinen Kommentar. Wir sind mittlerweile bei SEO-Contenterweiterungen der Webseiten oder Relaunches schon happy, wenn der Kunde beim Gespräch seine IT oder Webagentur dazuholt. Denn die IT-Agentur wird es von sich aus kaum machen. Entweder wegen i) keine Ahnung vom (SEO)Thema oder ii) Befürchtung man könnte ihr was wegnehmen oder iii) „da stehe ich ja blöd da, wenn ich sage, dass ich / wir das nicht können“ – was m.E. garnicht zutrifft. Und natürlich der Budgetrahmen (Artikel oben). Aber der Kunde ist meist weiter und hat begriffen, dass das oft bei 2 unterschiedlichen, externen Dienstleister liegen kann.

  3. Klare Beschreibung des typischen Prozesses. Ich für meinen Teil erkläre dem Kunden, dass eine neue Homepage verschiedene Faktoren berücksichtigen muss. So aufgeklärt entscheidet er sich für bestimmte Schwerpunkte, die nach Budget berücksichtigt werden. SEO kann dann mal im Fokus stehen, ist aber auch kein Muss.

    • Harald sagt:

      Wenn der Kunde andere Möglichkeiten hat um auf seine Webpräsenz aufmerksam zu machen UND das Ziel (in etwa) erreicht UND er über Google keine Neukunden akquirieren muss oder kann [das gibt es!], dann braucht er in der Tat KEIN SEO. Leider ist es bei 95%+ unserer Kunden so, dass sie nach unseren workshops sagen „Das hätte meine IT / Webagentur aber doch wissen müssen“. A) Das ist ggf. nicht deren job und B) zwingend wissen müssen diese Marktteilnehmer es nicht … Leider.

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