Online-Content: Wie sollte ein Online-Text aufgebaut sein?

Bitte beachten Sie hierzu auch diesen Beitrag, der über „Wie erkennt Google guten Content“ informiert.

Viele Redakteure richten sich beim Schreiben eines Online-Textes strikt nach ihren Print-Erfahrungen. Wie sie es aus dem Offline-Bereich kennen, wird erst langsam ein Spannungsbogen aufgebaut, bis man dann im letzten Drittel „die Bombe platzen“ lässt. Es gibt öfters einen flachen, „langweiligen“ Schlusssatz und somit endet dann der Text.

Das ist nicht gut. Ein Online-Text sollte von Grund auf anders aussehen:

1. Umgedrehte Pyramide: Man beginnt mit einem kurzen Overview. Der Leser erfährt so schon von Beginn an, was ihn erwarten wird. Menschen mögen das. Google auch.
Dieser Teil muss aber wirklich sitzen.
Essenziell sind interessante Informationen, die zum Weiterlesen anregen. Umfang: Ein Abschnitt, 2-3 Sätze, mehr nicht.

2. Fakten liefern, kein Bla-Bla: Anschließend liefert man dem Leser interessante Fakten. Diese Fakten stehen in kurzen Abschnitten mit jeweiligen Subheadlines (H2). Der Text soll für das Auge ein homogenes Gesamtbild abliefern. Kein Buchstabenchaos. Sie können sich denken, dass die wenigsten Leser Lust darauf haben, erst ein Wirrwarr an Wörtern dechiffrieren zu müssen. Der Leser will schnell an interessante Informationen kommen. Jetzt. Zeit ist auch für den user im Web de facto Geld. Das Auge muss bereits das „Go“ zum Lesen geben.

Schreiben Sie nicht über langweilige Nebensächlichkeiten, über hohe Berge und grüne Wiesen, sondern transportieren Sie gezielten Mehrwert. Wenn Sie das nicht können, sparen Sie sich die Mühe.

3. Eigene Meinung: Der Schluss sollte eine eigene Meinung darstellen, ein persönlicher Tipp, eine Zukunftseinschätzung. Bitte keine Floskeln. Google mag es ganz besonders, wenn Sie in Ihrem Text eine ganz neue Sichtweise darstellen. Wenn bereits 10 Mitbewerber schreiben, dass das Restaurant auf dem Berggipfel eine schöne Aussicht bietet, arbeiten Sie einen anderen Vorteil heraus. Schreiben Sie, warum es sich lohnt, die Wanderung zu unternehmen und welche Region man auch unbedingt einmal bereisen sollte.

4. SEO: Natürlich sollte jeder Text einen Keywordfokus haben. Einen Text einfach ins Netz zu stellen, ohne auf Title, Description, H1 usw. zu achten, kann nicht funktionieren.

Es gibt immer wieder gegenteilige Meinungen. Aber wollen Sie das wirklich dem Zufall überlassen, ob man Ihren Text findet und somit liest? Vergleichbar wäre das mit einer wunderschönen Print-Anzeige, die irgendwo in Ihrem Keller verstaubt. Nice to have. Aber Sie wollen Leser, oder?

Deshalb gibt es einige Grundrichtlinien:

– Das Keyword sollte relativ weit vorne im Title stehen.
– Das Keyword sollte in einem sinnvollen Satz in der Description stehen. Bitte keine Aneinanderreihung von Keywords. Formulieren Sie einen guten Satz – gerne eine Frage –  dabei ist es von Vorteil, wenn das Keyword auch hier relativ weit vorne steht.
– H1: Das Keyword sollte auch hier weit vorne in der Headline (H1) stehen. Am besten gleich zu Beginn. Aber nur, wenn Sie einen sinnvollen Satz bilden können.
– Das Keyword sollte zwar im Text einige Male auftauchen, aber die sogenannte Keyworddichte können Sie weitgehend vernachlässigen. Dass ist old school. Wichtig ist, dass das Keyword im Text vorkommt.
Aber nur so oft, dass der Text noch gut lesbar ist und keine Keyword-Veranstaltung wird.
Grüße an Karl Kratz mit seinem „WDF*P*IDFDiese Formel zeigt an, welche Keywords in einem Text echte Impulse senden.

In meiner Praxis hat es sich bewährt, einen Text erst redaktionell in eine Form zu bringen, dann ein Keyword zu recherchieren und dieses anschließend sinnvoll in den Text zu integrieren.
Richtet man sich nach der immer noch gängigen Methode und definiert erst das Keyword, ist die Gefahr sehr hoch, dass der Text nicht angenehm zu lesen ist und für den „User“ irgendwie unstimmig erscheint.

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5. Tools: Natürlich gibt es unzählige gute SEO-Tools (OnPage.org, Sistrix, Searchmetrics). Ich beschränke mich hier auf 2 einfache Texttools.

Copyscape: Mit diesem Tool können Sie überprüfen, ob ihr Text auch wirklich einzigartig, also unique ist. Denn wie wir wissen, mag Google doppelten Content eigentlich überhaupt nicht gerne (Ausnahmen behandeln wir demnächst mal). Copyscape zeigt Ihnen die bekannten Mehrfachinhalte natürlich auch an. Einige Checks sind kostenlos, dann kostet das Tool etwas.


Lingulab: Lingulab analysiert Texte nach diversen Kriterien, wie Online-Lesbarkeit, Passivkonstruktionen, Web-Scanbarkeit und Infovermittlung. Auch auf die Google-Optimierung will Lingulab eingehen. Hier ist jedoch ein Schwachpunkt. SEO-affine Menschen sollten hier auf ihr Know-how vertrauen und nicht auf das der Software.

Lingulab vergibt Sterne für Ihren Text. 5 Sterne heisst, gute Qualität. Der Bereich „Suchmaschinenrelevanz“ ist meiner Meinung nach nicht ideal, aber die reine Online-Qualität lässt sich mit dem Tool durchaus steigern.

Lingulab bietet auch diverse Plugins für gängige CMS-Systeme wie WordPress oder Typo3 an. Einige Checks sind kostenlos, anschließend werden auch hier einige Euros fällig.

Auch hier wiederhole ich mich gerne: Schreiben Sie Texte mit Mehrwert, verschwenden Sie nicht die kostbare Zeit des Lesers und behalten Sie sich die Architektur eines Online-Textes im Auge. Wenn Sie diese Basics beachten, dann und nur dann, hat ihr Online-Text echte Chancen gefunden zu werden. Google mag guten Content. Freuen Sie sich darüber!

Bei der Auswahl eines SEO & Web Dienstleisters oder einer Online-Marketing Agentur oder Online-PR-Services, achten Sie zumindest auf diese Auszeichnungen:

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SEO 2015

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25 Responses

  1. Das hast du schön zusammengefasst. Man darf sich gleich mal selbst an die Nase fassen. „Die wichtigsten Punkte an den Anfang“ kann man gar nicht oft genug betonen. Jeder Zeitungsredakteur lernt, so zu schreiben. Aus gutem Grund, wie ich finde.

  2. schoberer sagt:

    Danke Matthias!

  3. Harry sagt:

    guter Artikel.
    Kann sein, dass ich es überlesen habe…
    .. aber ich ertappe mich immer wieder beim Schreiben von ewig langen Spagetti-Sätzen.
    Ich glaube, das sollte man auch vermeiden.

  4. schoberer sagt:

    Zu verschachtelte Sätze sind in der tat nicht sinnvoll. Im Online-Bereich ist es noch wichtiger, dass jeder Satz sitzt. Denn „weggeklickt“ ist extrem schnell!

  5. Ein guter Artikel und toller Leitfaden für Onlinetexter.

  6. schoberer sagt:

    Danke Alexander, freut mich, wenn ich einen kleinen Einblick geben konnte!

  7. Hallo Herr Schoberer,

    danke für Ihren Artikel zu LinguLab. Ein Link wäre prima ;-).
    Was passt aus Ihrer Sicht am Modul Suchmaschinenrelevanz nicht?

    Viele Grüße
    Michael Ballweg

  8. frank katzer sagt:

    „Fakten liefern, kein Bla-Bla“ – bei manchen blogartikel meint man, die müssten unbedingt über ihre 1.000 wörter kommen – ungeachtet de inhalts…

    … und danke für den copyscape- und lingulab-tipp – die tools hatte ich noch gar nicht auf dem schirm…

  9. …sehr schön geschrieben. Lingulab ist tatsächlich ganz hilfreich. Danke für den Tipp. 🙂

  10. Wenn Du einem Profi-Texter, der seit Jahren für ein Content-Portal arbeitet, diesen Link schickst, sagst Du dem nichts Neues. Kein allgemeines Bla Bla über das Thema sicher grillen zu schreiben, ist kaum möglich, denn dieses Thema wurde im Internet sicherlich schon 100.000 x durchgekaut .. aber ich werde mich bemühen, dass es trotzdem spannend klingt, obwohl das sicher jeder weiß, was es darüber zu sagen gibt, der bei klarem Verstand ist … besser wäre ein Link zu einer Grillseite gewesen, wo wirklich noch was halbwegs Neues steht, damit der Texter nicht so lange danach googeln muss .. bei Stufe 2 verdient man an so einem Text nämlich nur ein kleines Taschengeld und dafür stundenlang suchen ist ein bisschen viel verlangt … musste mal gesagt werden. 🙂

  11. Sammy Zimmermanns sagt:

    ich möchte noch als Tool diese Seite empfehlen: http://wortliga.de/textanalyse/ Dort kann man seinen text kostenlos analysieren lassen.

  12. Bayern Jobs sagt:

    Man sollte seine Texte immer für Menschen schreiben… IMMER. Der reine Fokus auf SEO zahlt sich kurzfristig vielleicht aus. Langfristig jedoch nicht.

  1. 2. Januar 2013

    […] Danke an die hilfreiche Quelle: Primweb […]

  2. 2. Januar 2013

    […] Jetzt ist die ganze Feierei (endlich) vorbei und das neue Jahr ist frisch und knackig. Für mich Gelegenheit mal in meine Posts des letzten Jahres zu schauen. Soeben las ich einen guten Blog Post über das richtige Online Texten….siehe hier : http://primweb.de/online-content/ […]

  3. 18. April 2013

    […] Ihre Seite manuell ab. Folglich gilt: Sollten Sie eine Seite im Index haben, die eine sehr gute Content-Stuktur hat, eine gute Linkqualität aufweist, aber trotzdem nicht im Ranking steigt, dann werden Sie […]

  4. 28. Mai 2013

    […] Immer wieder stellen wir selbst bei bestens aussehenden Webseiten fest: Keinen H1 Title-Tag ODER das Title-Tag wird 5 mal und noch mehr genutzt. NEIN, je Seite gibt es genau 1x einen H1-Tag! Den zur Gliederung des Textes hilfreichen H2-Tag (bis H6) darf es dagegen gerne mehrfach geben. Siehe auch unser Beitrag “starke Online-Texte“. […]

  5. 31. Mai 2013

    […] Ihrer Präsenz optimieren. Keywords recherchieren, eine Chancenanalyse machen, Texte verfassen, METAs hinterlegen usw. Erst der ganzheitliche Erfolg der Unterseiten bringt Ihre gesamte Webpräsenz nach vorne. […]

  6. 25. Juli 2014

    […] Frage möchte ich in meinem Artikel auf den Grund gehen und hierfür einflussreiche Texte rund um die Thematik „Content Shock“ und die Zukunft des Online Marketings diskutieren, die in […]

  7. 4. August 2014

    […] werden, über die Neuigkeiten von jemand anderem zu berichten, sondern aus eigenem Antrieb hochwertigste Inhalte […]

  8. 22. September 2014

    […] gleichsetzen. SEO setzt zunächst immer guten, den Leser informierenden Content voraus. Was guter Content ist entscheidet der User, z.B. mittels der Verweildauer auf einem Artikel. Aber bevor er verweilen […]

  9. 6. Oktober 2014

    […] SEO sind es meine Ziele die Website zu optimieren, Onpage- und Offpage, Links aufzubauen, genialen Content zu kreieren und zu seeden, die Usability und Konversion zu optimieren. Das Ranking des Kundens soll […]

  10. 18. Februar 2015

    […] E-Commerce-Websites haben gar keinen Inhalt. Sie präsentieren nur eine Verpackung, auf der die Inhaltsstoffe angegeben werden. Eine […]

  11. 18. Februar 2015

    […] Sie wissen, sind Aspekte wie Meta-Tags, WDF*IDF, H1-Headlines, H2-Sublines usw. extrem wichtig. Ohne diese SEO-Parameter ist es fast […]

  12. 18. April 2015

    […] Gehirn ist – gerade in den Zeiten nach dem Hummingbird Update die beste Waffe. Schreiben Sie interessante Texte, bringen Sie neue Blickwinkel auf ein Thema, streuen Sie keinen Einheitsbrei und verwenden Sie […]

  13. 18. April 2015

    […] Der AuthorRank hat Einfluss auf das gesamte Online-Marketing und auf die Content-Vermarktung im Speziellen. Und nur Content, der gelesen wird, ist guter Content. […]

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