Online-PR mit Leistungskontrolle (Teil 1)

Leistungskontrolle: Website Visits oder Artikel Views?

Hinweis: Zu diesem Artikel gibt es auch eine Fortsetzung.
In Workshops werde ich stets gefragt „Wie kann ich herausfinden wie viele Besucher eine externe (nicht uns gehörende) Website pro Monat hat“? Gut, da wäre für große Websites in Deutschland die IVW die richtige Anlaufstelle. Dort sehen Sie sowohl die Aufrufe der gesamten Website (PageImpressions), als auch die Anzahl der Besucher. Die meisten Websites im Web lassen sich aber nicht von der IVW prüfen, denn das ist relativ teuer und nur für große, werbetreibende Publisher sinnvoll. Eine Alternative wäre die Messung mit einem (in der Basisversion) kostenlosen Tool wie SimilarWeb. Sofern die Website nicht brandneu ist oder so wenige Besucher hat (ganz klein ist), dass es nur zu invaliden Ergebnissen führen könnte, werden diverse Werte für die Anzahl der Besucher pro Monat, die durchschnittliche Dauer eines Besuchs (Verweildauer auf der Seite), die Herkunfstquellen u.v.m. geschätzt. Die Schätzungen werden immer besser und die Fehlerquote geht zunehmend zurück. Was sehen wir im Einzelnen (hier am Beispiel der Domain Frauenzimmer.de):
similarweb_overviewDer obere Bereich ist wenig aussagekräftig. Wenn überhaupt, dann sagt ggf. der Country Rank (Rang im Land – hier: Platz 3.666 in Deutschland für Frauenzimmer.de) noch etwas aus. Bei Websites, für die keine weiteren Werte angezeigt werden, kann man einen Indikator finden, wie stark / weniger stark die Seite im Vergleich zu anderen, die man gemessen hat in etwa ist. Danach kommen die aussagekräftigeren Werte zu den Besucherzahlen:

similarweb_trafficHier werden standardmäßig nur die Desktop-Werte (PCs, Notebooks) angezeigt. Der reale Traffic ist also dank Smartphones etwas höher. Interessant ist der Wert der Visits. 680 k, d.h. es wurden im Mai 2015 680.000 Besuche geschätzt. Diese Besuche (nicht Besucher!) haben je Sitzung 1,78 Seiten aufgerufen. Für ein Ratgeberportal wäre das gut – für diese Art von Website etwas zu wenig. 73,42% der Besuche haben nur eine Seite aufgerufen und waren dann wieder weg. Das ist enttäuschend und bedeutet in aller Regel: Ist man nicht auf der Startseite gefeatured oder wird dank SEO gut gefunden, dann wird man eher kaum „entdeckt“. Wo kommen nun die 680.000 Besuche (Website-Aufrufe) her?

similarweb_traffic_quellenDas Portal hat sich schon einen gewissen Namen gemacht (Marke), denn immerhin 13% besuchen die Seite direkt. Weitere 13% kommen über Links, 29% über Social Media (meist Facebook & Twitter) und 44% über eine Google Suche. Typische Websites von KMUs weisen eine viel höhere Abhängigkeit von der Google-Suche auf und müssen daher auch mehr Invest in SEO OnPage-Maßnahmen stecken. Und wo kommen die meisten Besucher via Links, also nicht durch Google-Suche, Social, Werbung etc. nun her?

similarweb_verweiseInteressanterweise kommen viele über RTL. Weil man kooperiert oder dort wirbt? Und viele wandern über Werbung (YourAdExchange) und verwandte Themenseiten wie Brigitte.de nun ab, was verständlich ist.

Und wieviele Leser erreicht (m)ein Artikel?


Also, SimilarWeb sagt uns 680.000 Besuche. Und lt. Google hat die Website etwa 426.000 Seiten. Das heisst: Pro Monat wird ein Artikel im Schnitt 1,62 mal aufgerufen. Der Wert stimmt natürlich nicht, wenn ein Artikel auf der Startseite gefeatured wird o.ä.. Aber verabschieden Sie sich von dem Gedanken, dass Ihr Artikel ohne Zutun in der Regel Tausende Male aufgerufen wird! Es sei denn, der Publisher unternimmt z.B. Werbemaßnahmen für Ihren Artikel – z.B. per Google AdWords oder Displaywerbung oder Social Media Links etc. etc.. Ob er das tut? Wissen Sie immer noch nicht, aber wir kommen der Zahl der Aufrufe nun näher.

Artikel auf Drittseiten mit UTM Referrer ausstatten

Nicht jeder Websitebetreiber will und kann sich die Mühe machen jeden Link mit einem onClick Parameter o.ä. auszustatten und ausgehende Klicks, z.B. zu Ihrer Website, genau messen. Aber Sie können das! Statt nun dem Publisher „nur“ Ihren Text mit einem einfachen Link zu Ihrer Website zu geben, gehen Sie zunächst auf diese Seite und füllen Sie die 4 wichtigsten Felder aus:


Danach klicken Sie auf Copy URL und erhalten eine solche URL:

http://www.mylifes.de/tipps/reisen/?utm_source=Frauenzimmer&utm_medium=Content&utm_campaign=ID001

Wer nun nach einiger Zeit auf der Zielseite (von z.B. MeineHomepage.de, wenn Sie diese Domain in Ihrem Artikel genutzt haben) in Google Analytics unter Kampagnen (nicht AdWords Kampagnen – Allgemeine Kampagnen!) nachschaut, wird dort die KampagnenID etc. finden. Nehmen wir an, nach 3 Monaten werden dort 100 Aufrufe angezeigt. Wenn man weiß, dass ein Link in einem Text zwischen 0,003% und max. 2% an Klicks erfährt, dann muss bei sehr großzügiger Auslegung (2%) der Artikel etwa 5.000 Mal aufgerufen worden sein. Sind Sie hingegen eher Realist, dann muss der Artikel mindestens 35.000 Mal aufgerufen worden sein, um 100 Leser zu Ihrer Website zu führen. Willkommen in der Realität!
search_vs_discoveryMehr zum UTM Tag für PR gibt es hier und bei Onlinemarketing.de hier.

Vorteil: Kleinere Websites

Für Sie als Public Relations Manager oder Werbetreibender, kann es daher von Vorteil sein Ihren Text auf kleineren Websites platzieren zu lassen. Warum? Nehmen wir mal an die potentielle Website hätte nur 2.000 Visits im Monat, aber auch nur 50 Artikel auf der Website. Dann erhielten Sie schon (kalkulatorisch) 40 statt 1,62 Leser für Ihren Artikel. Promotet dieser Publisher nun Ihren Artikel noch, dann sind Sie schneller bei den o.g. 100 Aufrufen per Link zu Ihrer Website. Nicht immer ist größer also auch besser für Sie!

Qualität der Besucher messen

Kann ein Publisher mit dieser Methode nicht an irgendeiner Stelle „manipulieren„? Doch das könnte er, aber auch das kontrollieren Sie! Ist die durchschnittliche Verweildauer auf einem Text z.B. 50 Sekunden, muss sich dieser Wert auch rekonstruieren lassen. Verweilen diejenigen, die über diesen Link kommen, nur wenige Sekunden auf Ihrem Artikel – dann stimmt etwas nicht. Verweilen sie hingegen mind. 30 oder 40 Sekunden dann sind dies echte Interessenten an Ihrem Angebot!

Mehr über Verhalten meiner Leser erfahren

Darum geht es in Teil 2 zu diesem Artikel.

Auch Sie brauchen nicht nur gute Texte, sondern solche, die auch gefunden und gelesen werden?
Hinweis: Zu diesem Artikel gibt es auch eine Fortsetzung.

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Harald

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Harald ist ein Seriengründer in den Bereichen Software, Web, Mobile und Medien. Haralds Lieblingsaktivitäten drehen sich um 'disruptive Geschäftsmodelle'. In der Vergangenheit eher im Bereich "streaming media" und "Web-TV" derzeit mehr rund um "Data Driven Marketing". Seine Aktivitäten laufen seit November 2013 unter Oplayo.com. Harald ist Mit-Gesellschafter der Oplayo GmbH, Geschäftsführer der Gesellschaft und Referent der "PR im Web" - Präsenzseminare.

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1 Response

  1. Patrick sagt:

    Ein sehr guter Tipp, vielen Dank! Ich finde solch ein Thema ist überaus interessant.

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