Suchen und Finden mit Google

Es ist kein neues Thema, die Suchmaschinenoptimierung, schließlich ist diese genauso alt wie die Suchmaschine selbst. Gerade im Zeitalter von Digitalisierungsprozessen wird sie jedoch immer wichtiger für alle, die etwas zu verkaufen, publizieren oder mitzuteilen haben. Ein großes Schlagwort ist hier nach wie vor der „Inhalt“ – auch, wenn inzwischen der Begriff „Content Marketing“ stellvertretend für „alles, was irgendwie Inhalt ist“ Einzug genommen hat. „Backlinks“ und „User Experience“, tatsächlich hat sich hier nicht wirklich viel getan. Die großen Veränderungen zeigen sich allerdings dort, wo jeder hin will, aber viele Verantwortliche selten genau hinsehen – auf die erste Seite der Google Suchergebnisse.

Erinnern Sie sich noch an die Optik einer Ergebnisseite vor 5, geschweige denn 10 Jahren?

Google Adwords war damals schon ein Thema, doch zeigten sich die Trefferseiten in einem eher biederen Kleid – man könnte es auch als Textwüste bezeichnen.
google_serps_2011

Heute findet man je nach Art der Suchanfrage ein buntes Potpourri aus Boxen und anderen Elementen, die allerlei Informationen auf einen Blick bieten. Stellenweise werden aus Suchergebnisseiten sozusagen Such-Antwortseiten. Wenn Sie also das nächste Mal über die Optimierung eines oder mehrerer Suchworte oder –phrasen nachdenken, sollten Sie sich die SERPs (Search Engine Result Pages) einmal ganz genau ansehen. Gegebenenfalls ist Ihr Suchergebnis leider obsolet geworden, da Google die Antwort oder Information schon parat hat. Wie man trotzdem zum Antwortgeber werden kann und Nutzer auf die eigene Seite leitet, fragen Sie sich? Die wichtigsten Elemente aktueller Suchergebnisseiten stelle ich in diesem Artikel dar – natürlich inklusive der Details, so unter anderem die Antwort darauf, wie zum Beispiel der Knowledge Graph „befüllt“ wird.

Fall 1: „Berliner Sehenswürdigkeiten“

berlin_search

Eine interessante Suchanfrage für all diejenigen, die in der Tourismusbranche aktiv oder ggf. sogar verantwortlich für den Webauftritt einer Berliner Ikone sind. Was macht Google daraus?

Ein Carousel-Element mit einer Auswahl Berliner Sehenswürdigkeiten. Für den wenig wählerischen Nutzer wird eine Art Vorselektion getroffen. Ein Klick auf einen der Treffer liefert wiederum die Suchergebnisse zu diesen.

Wer das beachten sollte: Alle, die versuchen mit Übersichtsseiten gefunden zu werden.

Da diese Treffer nur neue Suchen hervorrufen, gibt es keine neue Handlungsempfehlung – betreibt gute SEO!

Übrigens: Unter dem Carousel findet sich zudem der Knowledge Graph zu „Berlin“

berlin_kg

„Echte organische Treffer“ beschränken sich hier auf 8 von 10 möglichen Plätzen. Neben diesen finden sich Ergebnisse der Google-Bildersuche sowie ein passendes Video.

berlin_bilder

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Fall 2: „Thomas de Maizière“

thomas_search

Personen des öffentlichen Lebens – das können im Internet auch schon Blogger oder populäre YouTuber sein – liefern ganz eigene Suchergebnisse.

thomas_kg

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Knowledge Graph und News dominieren somit oft die erste Trefferseite.

Wer das beachten sollte: Alle, die selbst als Persönlichkeit auftreten (wollen) oder aber über solche berichten.

Wie man dort sichtbar wird: Man ist eine solche Persönlichkeit 🙂

Fall 3: „Malermeister“

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Der „Malermeister“ steht hier stellvertretend für alle Dienstleistungen und Angebote, die eher lokal als überregional angefragt werden. Ich hätte hier auch „Eisdiele“, „Schuhgeschäft“ oder „Tennishalle“ nehmen können – das Ergebnis ist im Zweifel immer das „Local-3-Pack“ – 3 lokale Treffer in der Nähe.

maler_local

Wer das beachten sollte: Alle mit einem physischen Geschäft.

Wie man dort sichtbar wird: Mit einem gepflegten Google MyBusiness Eintrag und ggf. einigen Verweisen aus Branchenbüchern oder Ähnlichem.

Fall 4: „Sneaker“

sneaker_search

Zugegeben, das ist jetzt eher trivial. Sneaker liefert natürlich neben organischen Treffern einige bezahlte Anzeigen in Form von Shopping und Textanzeigen.

sneaker_ads

Wer das beachten sollte: Alle, die einen Shop oder eine Seite mit direkter Buchungsmöglichkeit, z.B. Gartengeräte, betreiben.

Wie man dort sichtbar wird: Naja, AdWords und/oder Shopping-Anzeigen schalten …

 

Fall 5: „Bayreuth nach Berlin“

bayreuth-berlin_search
Wie jeder weiß, ist Bayreuth das neue Berlin 🙂 , wer dennoch von hier weg in die Hauptstadt reisen will, dem genügt diese simple Suchanfrage, um diverse Wege aufgezeigt zu bekommen.

bayreuth-berlin_trans

 

Wer das beachten sollte: Alle, die Reisemöglichkeiten zu festgelegten Zeiten anbieten.

Wie man dort sichtbar wird: Ein Partnerprogamm von Google für Anbieter mit festgelegten Routen und Zeiten

Fall 6: „Flüge Nürnberg Berlin“

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Natürlich liefert eine solche Anfrage erst einmal bezahlte Treffer – den Screenshot großer Flugvergleichsportale spare ich mir an dieser Stelle. Was dann folgt?

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Google nimmt hier die Rolle des Maklers ein und bietet diverse Direkt- und Anschlussflüge an. Wer es sich anders überlegen möchte, findet sogar ein Angebot für eine alternative Zugfahrt.

Wer das beachten sollte: Flug- und ggf. andere Transportanbieter.

Wie man dort sichtbar wird: Eine Anfrage bei „ITA by google“ bringt einen zumindest näher ans Ziel.

Fall 7: „Festspielhaus Bayreuth“

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Die Bayreuther Festspiele sind zwar in wenigen Tagen vorüber (dann kommt Google nach Bayreuth 🙂 ), das Festspielhaus ist aber trotzdem einen Besuch wert. Wer sich vorab informiert, findet einen ausführlichen Knowledge Graph:

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Auch hier steht das Festspielhaus stellvertretend für öffentliche Orte, Organisationen, Firmen und vieles mehr.

Wer das beachten sollte: Alle, die ihre eigene Einrichtung hervorheben wollen.

Wie man dort sichtbar wird: Der Großteil der Daten wird von Wikidata bezogen, sprich aus Wikipedia-Artikeln gezogen. Wer bereits einen Wikipedia-Artikel für die eigene Einrichtung besitzt, hat also gute Chancen.

Tipp für die Profis: Schema-Auszeichnungen im Quelltext können bestimmte Arten von Einträgen für Suchmaschinen hervorheben, z.B. über die „Organization“-Auszeichnung für Firmen und Ähnliches.

Fall 8: „Wetter Bayreuth“:

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Auch ein eher trivialer Fall und für die meisten vermutlich auch nicht wirklich interessant. Dennoch fällt dies klar in die Kategorie „Suchergebnisseiten liefern direkte Antworten“:

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Wer natürlich nach tieferen meteorologischen Erkenntnissen sucht, dem wird diese Antwort nicht genügen. Wer hingegen nur wissen will, ob er einen Schirm oder seine Regenjacke einpacken soll, wird wohl keinen weiteren Treffer aufrufen.

Wer das beachten sollte: Wetterdienste

Wie man dort sichtbar wird: Leider gar nicht, außer man ist einer dieser drei:
The Weather Channel, Weather Underground oder AccuWeather

Fall 9: „ Hotel buchen Bayreuth“

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Wer ein Hotel sucht, muss heutzutage erst einmal die richtige Suchmaschine für Hotels finden. Oder man begnügt sich mit Google und seinen bezahlten HotelAds:

hotel_ads

Wer das beachten sollte: Naja, Hotels halt.

Wie man dort sichtbar wird: Naja, HotelAds buchen halt.

Fall 10: „Olli Schulz“

olli_search

Warum gerade „Olli Schulz“? Kam mir so in den Sinn, als ich nach einer passenden Suchanfrage suchte. Warum ist das interessant – Personen hatten wir doch weiter oben schon?
Weil man an diesem Beispiel die Entwicklung der Suchergebnisseiten sehen kann. Allein vom Betrachten der Google-Ergebnisseite kann ich schon neue Infos entdecken: So finde ich auf den ersten Blick einen Knowledge Graph zur Person.

olli_kg1

Hier finde ich sogar Veranstaltungen in naher Zukunft.
Ein Klick auf eine dieser, löst erneut eine neue Suche aus, deren Ergebnisse wieder gespickt sind mit verschiedenen Info-Elementen.

So finde ich als erstes eine Carousel Element mit weiteren Terminen.

Darunter eine Rich-Answer mit Maps-Ausschnitt und einem Verweis auf die persönliche Website.

olli_event

Rechts bleibt der Knowledge Graph. Doch statt Veranstaltungen finde ich nun Songs des Künstlers darin. Ein Klick darauf löst eine neue Suche aus…..

olli_kg2

Wie Sie sehen, herrscht viel Wandel in den Trefferseiten von Google. Dieser hat oft zur Folge, dass Nutzer auf die Treffer der Suche teilweise gar nicht mehr wirklich angewiesen sind oder zumindest abgelenkt werden. Teilweise trifft Google eine Art Vorselektion, ab und an führt eine Suche zu einer neuen. Das muss aber nicht in allen Fällen zu Ihrem Nachteil sein, da es für einige Beispiele Möglichkeiten gibt, durch Schema-Auszeichnungen, Präsenz auf Google My-Business oder etwa dem Betreiben einer in Google-News gelisteten Website genau von dieser Struktur zu profitieren.

Ein Thema fehlt ganz bewusst in diesem Artikel. Google Direct Answers. Dieses Thema halte ich für extrem interessant – und damit hat es einen eigenen Artikel verdient. Da viele Suchanfragen direkt als Frage formuliert werden, wird dieses Thema zukünftig noch Gesprächsstoff liefern. Ein paar Erkenntnisse haben wir bereits gesammelt. In naher Zukunft mehr dazu.

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2 Responses

  1. Wirklich ein prima Beitrag. Die Zeit das Werk zu lesen lohnt sich wirklich. Kompliment an den sachkundigen Autor.

    • Benjamin Pannen sagt:

      Hallo Thomas,
      Danke für das positive Feedback. Freut mich, dass dir der Artikel gefällt! Vermutlich fehlen noch etliche Beispiele für Suchanfragen, bei denen Google nicht nur AdWords und organische Treffer anzeigt. Für Ergänzungen bin ich offen 🙂

      Ich widme mich nun mal der Recherche zu den Direct Answers, dazu gibt es dann in 2 Wochen einen ausführlichen Artikel mit Tipps und Ideen, wie man dieses Feature nutzen kann.

      Viele Grüße,
      BP

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